Ambulante plus 24-Std-Pflege

schirmfoto_2016-11-03_051025Eigentlich ein schöner Weg zur umfassenden Versorgung, aber ... Bei einer Patientin haben wir die SGB V - Leistungen. Für SGB XI haben die Angehörigen einen 24-Std - Dienst engagiert.

Der Haken an der Geschichte ist, dass die Damen, die dort für 3 Monate kaserniert werden, meist lieb und nett und zwischen 40 und 50 Jahre alt sind, --- aber absolut berufsfremd.

Die Angehörigen ziehen sich zurück: "Wir bezahlen das doch." - und gut - Dass sie für nicht erbrachte Leistungen bezahlen, geht ihnen nicht ein.

Der Entsender der Damen ist kaum zu erreichen. Und wenn, kommt er offenbar aus "Kannitverstan". Den Damen ist es scheinbar vertraglich untersagt, ihren Auftraggeber zu kontaktieren.

Damit wir uns nicht der unterlassenen Hilfeleistung schuldig machen, verpassen wir den Damen (unsere eigene Initiative) einen Crashkurs "Grundpflege/HWV/Lebensmittel- und allgemeine Hygiene" + eine Kontaktliste (Notruf, Arzt, Pflegedienst, Angehörige, Geschäfte, Apotheke, Sanitätshaus usw.).

§45b-Leistungen gestehen uns die Angehörigen - immerhin - zu. Wir verbuchen das als "Entlastungsleistungen". - Also voll unter Tarif -. Wir machen es derzeit noch aus dem "la main". --- Unbefriedigend ! Nicht rechtssicher ! ---

Ein weiteres ist das Sprachproblem: Im Pflegeteam sprechen wir deutsch, russisch, platt, englisch, französisch, über andere, serbokroatisch und wolgadeutsch. Nur eben nicht polnisch.

Liebe Freunde! Hat oder kennt jemand eine Verfahrensanleitung/einen Standard zur Kooperation: Ambulante & 24-Std? Gibt es im Internet brauchbare und kostenlose Ratgeber zu Pflege, HWV oder Hygiene in polnischer Sprache?"

8 Gedanken zu “Ambulante plus 24-Std-Pflege

  1. Mac

    Mal ehrlich: Ohne die Helferlein aus dem Osten wäre das alles nicht zu schaffen. Oder zu bezahlen. Und damit meine ich nicht die werten Profi-Kollegen in den Pflegeteams der amb. Dienste und Pflegeheime. Sondern eben auch die "24-Stunden-Kräfte" in den Privathaushalten.

    1. Frieda

      Stimmt Mac !
      Aber ich leide nun mal unter den Reibungspunkten der Kooperation.
      Die kenntnisfreien Damen machen unsere Arbeit leicht zunichte.
      ( Hast Du schon einmal polnischen Kuchen gegessen? )
      Wenn sie aus dem russischen Bereich kommen, ist ihnen die "Medizin der alten Frauen" selbstverständlich. Sie sammeln i´welche Kräuter und verabreichen sie ihren Schutzbefohlenen. Ohne Rücksicht auf Verluste oder Medikation lt. AVO.
      Ich habe vor der menschlichen und finanziellen Opferbereitschaft der "Helferlein" enen tiefen Respekt. Allerdings suche ich nach Möglichkeiten, den Flurschaden zu begrenzen.

  2. BigM

    Wie soll sowas eigentlich in der Praxis klappen? Der Pflegebedürftige spricht doch auch kein Polnisch, oder?

    1. Harzfee

      Das hakt natürlich vorne und hinten. Mich erinnert es an Pantomie, wenn da auf beiden Seiten mit Händen und Füßen gestikuliert wird. Natürlich sprechen die meisten Patienten kein Wort Polnisch. In den neuen Bundesländern klappt es dafür aber oft in Russisch. Russisch wurde in allen DDR-Schulen ab dem fünften Schuljahr als erste Fremdsprache gelehrt. Da ist manchmal 'was hängengeblieben.

    2. Paul

      Das Problem ist nicht die mangelnde Sprache, sondern das mangelnde Pflegewissen. Natürlich gibt es erstklassiges Pflegepersonal auch in Russland, Polen oder Ungarn. Aber diese Fachkräfte kommen nicht hierher, um dann für 3,50 Euro pro Stunde rund um die Uhr in einem Privathaushalt zu arbeiten.

      Das tatsächlich nach Deutschland vermittelte "Pflegepersonal" hat von Pflege oftmals keine Ahnung.

  3. Frieda

    Danke für die Tipps !
    Ich werde den Angehörigen die Beschaffung beider Bücher dringend nahelegen.
    Sie ergänzen sich m.E. ganz gut.
    (Meiner GF brauche ich damit erst gar nicht zu kommen: "Nicht mein Problem")
    LG, Frieda

  4. Paul

    Kostenlose Ratgeber kenne ich nicht. Aber es gibt ein paar gute Bücher, die zumindest die Kommunikation erleichtern. Etwa:

    Polnisch-Deutsch für die Pflege zu Hause
    polski i niemiecki dla domowej opieki starszych

    Das Buch kostet rund 20 Euro. Die Kindle-Version ist fünf Euro billiger

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