Gefährliche Pflege

Eingeliefert mit einer Fraktur oder mit einem Herzinfarkt. Nach Hause geschickt mit Druckgeschwüren samt MRSA-Infektion. Bedingt durch Kostendruck und Personalmangel ist das pflegerische Niveau vieler Kliniken unzureichend. Gefährdet sind vor allem Senioren mit weiteren Grunderkrankungen. Die Pflege nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus ist in dieser Woche der Themenschwerpunkt. Alles dreht sich um blutige Entlassungen, resistente Keime und Überleitungsbögen, die das Papier nicht wert sind.

Wir freuen uns auf Kritik, Verbesserungsvorschläge und Praxistipps. Sie können uns Ihre Einschätzung per eMail an info@pqsg.de senden oder direkt hier in den Blog posten.

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Standard "Verbandwechsel PEG / PEJ"
Version 2.05 - 2017
Stand: 10. November 2017
Titelthema: 13. November 2017
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Standard "Pflege von chronischen Wunden mit MRSA-Besiedelung"
Version 2.05 - 2017
Stand: 10. November 2017
Titelthema: 13. November 2017
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15 Gedanken zu “Gefährliche Pflege

  1. Frieda

    @ Wochenthema / Kittelflasche / Verantwortlich/Qualifikation

    "alle Pflegekräfte" reicht mir nicht.
    Ich habe das geändert auf "alle Mitarbeiter".
    Jeder Mitarbeiter, der im Bewohnerbereich ´rumwuselt, sollte so´n Teilchen haben und nutzen. - Küche, - Verwaltung, - Betreuungskräfte, - Haustechnik, - Reinigungsteam u.s.w.
    Und wenn der Oberboss meint, es würde sein Kaschmirsakko ausbeulen oder sogar Flecken machen ... soll er in seinem Büro bleiben.

    Vorbereitung / Organisation
    Das Verwendbarkeitsdatum wird geprüft!
    Neulichs hat uns der Grosshändler einen Posten geschickt, der 2 Monate vor Ultimo war. In dieser Zeit hätten wir das nie verbrauchen können. Das Zeugs ist - aber so was von - zurückgegangen.

    Kinners!
    Auch wenn Ihr den HygB-Job in Kleinbetrieben nur "en passant" macht:
    Da hängt Verantwortung und Verantwortlichkeit d´ran!
    Macht das mit der nötigen Sorgfalt, und wenn Ihr dafür nicht ausreichend Zeit habt, fordert die ein oder lehnt dieses "Ehrenamt" ab.

    Antwort
  2. Frieda

    @ Checkliste: Wiederaufnahme nach Klinik.../Weiteres
    + fehlende Unterlagen und Informationen von der Klinik anfordern.

    Off topic:
    Ggf. Annahme des Bewohners ablehnen und zurückschicken 😉

    Antwort
  3. Martin

    MRSA-Befund im Überleitungsbogen? Nie im Leben! Bei uns hat das Krankenhaus einen eigenen Pflegedienst gegründet. Und nichtmal hier klappt die Informationsweiterleitung vom KH zum PD.

    Antwort
    1. Anonymous

      ... bis mal ein PD das KH in Regress nimmt, und ihm die fällig gewordenen Personaluntersuchungen oder gar -ausfälle in Rechnung stellt.

      Antwort
  4. Frieda

    MRSA - ambulanter Aspekt:

    Da gibt so Dörfer, die fast völlig durchseucht sind. ("Urbanisierung")
    Haben wir einen Patienten und sein offenes Bein endlich saniert, kommt der Nachbar zum Klönschnack (Besuch) - und wir beginnen von vorne.
    Welcher Nachbar? Unmöglich auszumachen. "De Dör is up!" (Offene Türen)

    @ pqsg
    "Redundanzen" = Info-Overload --- Schicke Vokabel für ein Fernsehquiz !

    Antwort
  5. Frieda

    PEG

    - Dokumente und Verantwortlich bitte tauschen. Ggf. HygB zu Verantwortliche hinzu. Vgl. "Definition"

    - Nachbereitung/Duschen
    Meine Güte --- Wenn der Bew. bereits vor dem Abheilen Duschen oder Baden möchte oder muss --- Ich kleister einen Folienverband (z.B. Suprasorb F) darüber und führe den Verbandwechsel anschließend durch.

    Antwort
  6. Anonymous

    Täte nicht schaden, solche Standards auch mal den "Sachbearbeitern" (pflegefachliche Bezeichnung durch Moralfilter gesperrt) der Krankenkassen zukommen zu lassen.
    Fallbeispiel :
    Ein Patient kommt mit 2 frischgelegten und vernähten Nierenbeckenkathetern im Rücken aus der Klinik. Die Kasse lehnt die Kostenübernahme für die Verbände ab:
    "Ein SPK, der schon ein paar Tage liegt, braucht keinen Verband."

    Nun ja --- Den Schwachfug gerade zu biegen ist keine Kunst. Es kostet uns aber Zeit = Geld.

    Antwort
  7. Chefkoch

    ... und zum Thema MRSA. Das ist nicht nur ein Problem von Senioren. Im Altonaer Kinderkrankenhaus liegen aktuell 14 Säuglinge mit MRSA. Hier trifft die Schlamperei die Allerkleinsten. Unbegreiflicher Leichtsinn.

    Antwort
    1. Big M.

      Das gleiche Spiel wie überall sonst. Eine Pflegekraft für 10+X Patienten. Allein für die Einwirkzeit des Händedesinfektionsmittels (30 Sekunden jeweils) müsste täglich eine 3/4 Stunde eingerechnet werden. Das macht natürlich keiner. Und deshalb hat MRSA einen Freifahrtschein.

      Antwort
  8. Chefkoch

    Betreffend blutige Entlassung: Richtig fies ist es für die Senioren, die zuhause wohnen, aber keinen Pflegedienst haben. Die werden mit einem Gips nach Hause geschickt und dürfen wochenlang z. B. den Fuß nicht belasten. Einkaufen, kochen, aufs Klo. Wie denn?

    Antwort
    1. Big M.

      Eigentlich sollten die Fallpauschalen ja die Kosten senken. Tatsächlich jedoch werden die Kosten nur verlagert - in die Pflege oder eben in die Reha.

      Was derzeit in Kliniken abgeht, macht einen schwindelig. Katheter werden kurz nach der OP wieder gezogen. Dazu Nachblutunge ohne Ende. Ob in der eigenen Wohnung die Anschlusspflege bereit steht, ist wurschegal.

      Antwort
      1. Frieda

        Die Kliniken haben halt keinerlei effektives Entlassungsmanagement oder gar ein "Casemanagement". Sogar wenn die ambulanten Dienst überlaufen sind, kann man -zumindest- für Sonden, Verbände und Katheter eine Homecare-Firma hinzuziehen. Trotz Expertenstandard: Totalausfall.

        Antwort

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