Opfer gesucht

stellenanzeige2Wenn ich unser Wurst- und Käseblatt (Tageszeitung) aufschlage, wird mir an dieser Stelle regelmäßig speiübel.

Es sind immer die gleichen Pflegeeinrichtungen, die mit den fadenscheinigsten Formulierungen nach neuen Opfern fischen.

„Zur Erweiterung unseres Pflegeteams“, „Der Storch hat zugebissen“, „Zur Erweiterung unseres Leistungsspektrums“ u.ä.

Ein ehrliches Stellenangebot wäre doch mal erfrischend:

  • „Ich habe mal wieder ein paar PK´s rausgeekelt. Wer mich ertragen kann, melde sich bitte unter ….“
  • „Wer finanziell nicht von unserer Vergütung abhängig ist, findet bei uns ein interessantes Betätigungsfeld.“
  • „Da ein MA mit einem schrottreifen Dienstwagen verunglückt ist, suchen wir einen abenteuerlustigen Nachfolger.“

9 Gedanken zu “Opfer gesucht

  1. "Alte Pflegerin"

    Bei uns wollte sich eine Kollegin verändern, eine ist in ihre Heimatstadt zurück und die dritte noch in Elternzeit. Ergo fehlen mir 3 Exen.
    Eine haben wir eingestellt, wie, hier muss man arbeiten? Ich dachte 30 Tage Urlaub, die Weihnachtszuwendung und das Jobticket reichen um mich hier auszuruhen?
    Nee, das war wohl nix!
    Nu isse wech. Jetzt fehlen mir immer noch 1 exam., denn man muss dazu sagen, dass wir ausreichend Personal haben und das nicht nur per Papier. Nein, der Chef kommt aus der Pflege und passt immer auf, dass es dem Personal gut geht und ausreichend Schwestern und Pfleger vorhanden sind. Es sind also nicht alle Betriebe schlecht. Trotzdem ist es auch für uns schwer geeignetes Personal zu finden.
    Liebe Grüße Eure "Alte Pflegerin"

    1. Anonymous

      Gute Arbeitgeber sind selten. Leider erkennt man Saftläden immer erst dann, wenn man schon mitten drin steckt.

  2. Anonymous

    Mal Klartext: Wenn du heute Pflegepersonal sucht, dann brauchts Du viel Geduld. Die Zeitungsanzeigen bringen nichts. Da melden sich nur die XXXXX vom Arbeitsarbeitsamt, die einen Stempel für ihre Scheinbewerbung brauchen, damit ihnen die Stütze nicht gekürtzt wird.

    Na, klar. Wenn ich 1000 Euro aufs Bruttogehalt drauflege, dann rennen mir die Bewerber die Bude ein. Aber ich bin ein halbes Jahr später pleite.

  3. BigM

    Mich wundert es, dass diese Schrottläden überhaupt noch Personal an Land ziehen können. Die Pflegewelt ist doch klein. Es weiß doch letztlich jede KP, welcher Arbeitgeber in der Stadt nichts taugt. Im Zweifel der, der jede Woche inseriert.

    In guten Firmen gibt es nur dann Fluktuation, wenn eine MA wegzieht oder schwanger wird. Sonst bleiben solche Teams stabil. Folglich werden auch keine Stellen frei.

    1. Frieda

      Danke BigM !

      Im Umkehrschluss heist das : Wenn ich als Pflegekraft in eine neue Stadt ziehen will, besorge ich mir die Stellenangebote der dortigen Tageszeitung aus den letzten 3 Monaten. Besser ein wenig recherchieren, als in einer Stressklitsche zu landen.

      1. Cheeseburger ohne Käse

        Viel einfacher: Google. Aber eben nicht nur die ersten beiden Seiten, sondern mal eine halbe Stunde alle Ergebnisse durchsuchen. Da ergibt sich schnell in interessantes Bild. Etwa, wenn man die Zeitungseinträge liest und dort in drei Jahren vier PDL namentlich erwähnt werden.

  4. Martin

    Das Gegenstück auf Arbeitnehmerseite ist übrigens der "Wanderpokal". Also Pflegekräfte, die alle drei Monate von einem Pflegedienst zum nächsten wechseln. Die Gründe für das "Jobhopping" mag sich jeder selbst denken.

    1. Anonymous

      Nicht koscher, aber wirksam: Einfach mal die alten Arbeitgeber anrufen. Die meisten kennt man doch von hier oder von da. Dann kann man die Pfaumen schnell aussortieren.

      1. Anonymous

        @ "Nicht koscher"

        Das ist 1.) nicht erlaubt aber 2.) gängige Praxis.
        - praktisch unmöglich nachzuweisen und zur Anzeige zu bringen. -
        Dessen sollte sich jeder AN klar sein.
        Darum sollte man sich überlegen, welchen AG man in seinem Lebenslauf namentlich erwähnen sollte --- und welchen eben nicht.

        Tipp für die examinierten "Wanderpokale" :
        Bekommt Eure 2 Jahre Berufspraxis i´wie zusammen und macht einen PDL-Lehrgang. Dort sind Teamfähigkeit und soziale Kompetenz eh Ausschlusskriterien.

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