Demenz [Update]

standard-rhythmische-begleitung-neuWenn das Kurzzeitgedächtnis nachlässt, gewinnen die alten Erinnerungen an Bedeutung. Im Umgang mit Demenzkranken ist es daher wichtig, die biografischen Wurzeln zu verstehen und zu nutzen. Wir haben für Sie einige klassische und manch unkonventionelle Ideen zusammengefasst. Und wir erklären, warum selbst Helene Fischer keine Chance gegen Tina Turner hat.

Die Pflege von Senioren mit Demenz ist der Schwerpunkt in dieser Woche. Wir freuen uns auf Kritik, Verbesserungsvorschläge und Praxistipps. Sie können uns Ihre Einschätzung per eMail an info@pqsg.de senden oder direkt hier in den Blog posten.

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10-Minuten-Aktivierung
Version 3.05a - 2017
Stand: 15. Juli 2017
Titelthema: 17. Juli 2017
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Sinnesstimulierungs- und Entspannungstherapie ("Snoezelen")
Version 3.05a - 2017
Stand: 15. Juli 2017
Titelthema: 17. Juli 2017
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19 Gedanken zu “Demenz [Update]

  1. Frieda

    Hmmmm.......

    Diese 10 Minuten-Aktivierung sollte nicht zu weltfremd sein und dem Bewohner/Patienten in seinem Alltag begegnen. Lässt sich gut mit HWV kombinieren: So`n Klönschnack (Gespräch) während man Geschirr spült (und der Bewohner abtrocknet) oder man Schuhe putzt (und der Bewohner poliert) ...

    1. Martin

      Hier zeigen sich die vielen Schnittmengen zwischen der 10-Minuten-Aktivierung und dem Realitäts-Orientierungs-Training. "Snoezelen" hingegen basiert eher auf dem Prinzip der Validation.

      1. Frieda

        Wobei sich ROT und Validation nicht ausschliessen.
        Ein gesundes Mittelmass orientiert sich an der Tagesform des Bewohners.
        Wo - bitteschön - wäre unsere Fachlichkeit mehr gefordert?
        Wenn ich mich von Plänen und Theorien abhängig mache,
        lande ich in einer "Bewohner-abfeudel-Kolonne".
        Natürlich ist da "Schwund" bei: Wenn der Bewohner die Kompressionsbinden in ein Krähennest verwandelt statt sie aufzuwickeln (dementen Ulcus-cruris-Patienten gebe ich gerne die Pütterbinden in die Hand. Dann kann ich unangefochten den Wundverband wechseln),
        wenn die Schuhcreme ...
        (Schuhcreme bekommt man am Besten mit Zahnpasta weg)
        oder mal ein Teller "parterre" geht .... So what ???

        1. Martin

          Hui! Pflegewissenschaft gegen Pflegepraxis!

          In den ganzen Büchern zum Thema ROT und Validation steht, dass die Konzepte nicht vermischt werden sollten. Entweder das eine oder das andere. Aber nicht gleichzeitig. Reinheitsgebot in der Pflege gewissermaßen. 😉

          1. Frieda

            In erster Linie orientiere ich mich an meinem Bewohner.

            Wenn der seinen lichten Moment hat, und ich komme ihm mit Validation, fühlt er sich vera..., und wir haben einen Konflikt.
            Umgekehrt komme ich mit ROT nicht weiter, wenn er in seiner Welt versunken ist.

            Diese Bücher/Theorien gehen offenbar von einem Bewohner in einem definierten und konstanten Stadium der Demenz aus.

            In der ambulanten begegne ich meist der Übergangsformen zwischen zeitweise voll orientiert und 24 Std/d aufsichtspflichtig. Die Verlaufsform ist selten konstant.

            Den einen Tag hast Du Radler und den nächsten Strohrum.
            Wenn sich die Bewohner an das Reinheitsgebot halten würden, könnte ich mit einem Konzept auskommen, und ihnen trotzdem gerecht werden.

  2. Cheesburger ohne Käse

    Zitat aus dem Standard: "Es ist uns bewusst, dass die Wirkungsweise von SET zwar in der Praxis sichtbar ist, es allerdings nur wenig wissenschaftlich-statistische Forschung zu diesem Thema gibt."

    Das ist gut formuliert. Meiner Ansicht nach ist Snozelen der blanke Humbug. Unwirksamer Hokuspokus.

    1. Martin

      Das deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen. Wir setzen Snozelen seit Jahren erfolgreich ein. Der "Erfolg" lässt sich natürlich nicht in Skalen erfassen. Er ist aber sehr wohl spürbar.

    2. "Alte Pflegerin"

      Ich finde das Snoezeln in der Arbeit mit geistig- behinderten Kindern und jungen Erwachsenen sinnvoll und gut.
      In der Altenpflege kennen das die Bewohner nicht und reagieren oft aufgeregt und unsicher oder gar ängstlich.
      Dazu muss dann ja auch die passende Räumlichkeit vorhanden sein. D.h. im Umkehrschluss ein potentielles Bewohnerzimmer bleibt frei.
      Bei uns nicht drin, dafür sind wir zu klein.
      Liebe Grüße die "Alte Pflegerin"

  3. Harzfee

    Bei uns herrscht derzeit "Einstufungsfieber". So viele Pt. wie möglich sollten noch vor dem Jahreswechsel eingestuft werden.

    1. Paul

      Das macht Sinn. Man kann da nur gewinnen. Wenn die "Einstufung" nicht passt, versucht man es in acht Wochen halt mit einer "Eingradung":

  4. irene

    Bei uns läuft es eigentlich ganz gut kann nur langsam keine Volkslieder mehr hören.
    Hoch demente werden zu wenig integriert bzw getan da sind unsere Damen Beratung resistent.
    Alles da aber wird teilweise nicht eingesetzt z.B. Klangkissen,
    Was mich am meisten nervt wenn die Beschäftigung Basalt stummulatin abzeichnet was ein Witt

    1. Greg

      Dass alte Menschen pauschal Volksmusik mögen, ist ein Mythos. Ich sehe es schon kommen. Wenn ich eines Tages dement im Pflegeheim liege, kramt eine eifrige Pflegekraft die Musik raus, von der sie glaubt, dass ich sie hören möchte. Und was gibt es?

      Scooter - How much is the fish!

      und dann:

      DJ BoBo - There ist an Party

      und dann:

      DJ Ötzi - Ein Stern

      (grauenhaft)

      1. BigM

        Mit etwas Mühe lässt sich dieses Problem aber lösen. Jeder von uns hat eine Platten-, CD- oder (neuerdings!) MP3-Sammlung. Wenn die beim Heimeinzug nicht beim Trödler entsorgt wurde, gibt es hier alle notwendigen Informationen.

        Will sagen: Wenn ein Bewohner Jazz-CDs im Rack stehen hat, ich aber Marianne Rosenberg auflege, dann kann das natürlich klappen.

    2. Paul

      Oder noch besser: Snoezelen. (Oder wie es so schön heißt: Die Dementen-Disko.)

      Das wurde niemals von irgendjemanden auch nur ansatzweise erforscht. Aber eine mangelnde wissenschaftliche Basis hat ja in der Pflege niemals jemanden gekratzt.

    3. BigM

      Aus diesem Grund sollten Angehörige integriert werden; etwa als Ehrenamtliche. Die kennen den Musikgeschmack am besten.

  5. Anonymous

    Aktivierung und Betreuung? Ein Witz! Die Praktikantin bekommt ein Gesangbuch und den CD-Spieler in die Hand gedruckt. Und dann: Mach mal. Ergotherapeuten und Sozialpädagogen? Ja, klar. Auf der Homepage und im Werbeflyer. Aber nicht im "real live". Es gibt mehr Geld? Glaube ich sowieso nicht. Und wenn doch, wird es bestimmt nicht für die Betreuung ausgegeben, sondern für die Autowäsche vom Firmenbenz.

    1. BigM

      Eine so lieblose Betreuung ist aber eher die Ausnahme als die Regel. Hier muss in jedem Fall der Heimbeirat aktiv werden. In einer guten Einrichtung soll es eine entsprechend geschulte Leitung der Sozialen Betreuung geben. Sowieso ist das Singen und Musik machen nur ein kleiner Teil der Betreuung. Dazu kommen ja noch Angebot wie "Nähen", "Kochen", "Zeitung lesen" usw.

      Da müssen die Angehörigen mit ins Boot geholt werden. Viele haben interessante Hobbies und Fähigkeiten.

      1. Anonymous

        Angehörige --- ach wat !?!
        Hätten die Zeit oder Lust, würden ganze Stationen der stationären Pflege leer stehen.
        Für eine individuelle Betreuungsplanung ist eine sorgfältige Biografie (auch eine Betreuungsleistung) unabdingbar, aber seit SIS de facto aus der Mode. (= weggespart)
        Und wer sind denn die ausgewiesenen Betreuungskräfte ? :
        (P)HK´s, die gerade abkömmlich sind (lt. Dienstplan) oder wegen gesundheitlicher Probleme nicht mehr voll am Bett eingesetzt werden können. Die werden zum Minimalkurs befohlen. Ob sie wollen oder geeignet sind, spielt keine Violine.
        Erinnert mich i´wie an die Frisörinnen, die zum Fußpflegelehrgang verdonnert werden. Die Ergebnisse sind für die Bewohner/Patienten gleichermaßen verheerend.

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