SIS oder AEDL? [2. Update 2017]

Fast die Hälfte aller Pflegeteams arbeitet inzwischen mit dem neuen Strukturmodell / SIS. Viele ambulante und stationäre Einrichtungen werden jedoch auf absehbare Zeit nicht umsteigen. Denn es ist längst nicht sicher, dass sich der erhebliche organisatorische Einsatz langfristig auszahlen wird. Tatsächlich lässt sich auch das AEDL-System mit etwas Aufwand erheblich optimieren. Dieses zeigen wir Ihnen in dieser Woche für beide Modelle anhand der Maßnahmen- und Pflegeplanung.

Wir freuen uns auf Kritik, Verbesserungsvorschläge und Praxistipps. Sie können uns Ihre Einschätzung per eMail an info@pqsg.de senden oder direkt hier in den Blog posten.

Noch zwei Hinweise:

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Standardmaßnahmenplan "Asthma bronchiale" (SIS)
Version 2.05b - 2015
Stand: 3. März 2017
Titelthema: 6. März 2017
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Standardpflegeplan "Asthma bronchiale" (AEDL)
Version 2.05a - 2017
Stand: 3. März 2017
Titelthema: 6. März 2017
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23 Gedanken zu “SIS oder AEDL? [2. Update 2017]

  1. Gregor

    Die Überdosierung ist wirklich eine Krux. Viele Erkrankte geraten so in Panik, dass sie sich am liebsten die halbe Kartusche "reinhauen".

    1. Frieda

      Wäre technisch zu lösen - das Problem - (vgl. Morphinpumpen).
      Freigabe des nächsten Hubes erst nach einer voreingestellten Zeit.
      Würde aber extrem teuer und unhandlich - das Gerät -.
      Bleibt uns nur, uns den Mund fusselig zu beraten.

  2. L.

    Die zentrale Herausforderung besteht darin, den Asthmakranken überhaupt zu mehr Mobiltität zu motivieren. Viele packt die blanke Panik, wenn wir Atemübungen außerhalb des Betts durchführen sollen. Dazu kommen dann Angehörigen, die der Ansicht sind, dass sich der Pt. doch mehr schonen sollte.

    1. Kermit

      Pflegewissen von vor 30 Jahren. Leider sperren sich auch viele ältere Pflegekräfte gegen Neuerungen. Das ist natürlich doof, wenn junge Kollegen frisch von der Schule kommen und das Gelernte nicht umsetzen können.

  3. Frieda

    @ St. "Asthma bronchiale"

    Hier schaue ich gezielt auf Anzeichen von Soor.
    Beide Erkrankungen sehe ich oft gleichzeitig.

    1. Martin

      Steht da schon (wenn auch etwas versteckt):

      AEDL: Sich pflegen

      Nach Anwendung des Bedarfsmedikaments bleiben im Mundraum des Bewohners Wirkstoffreste zurück. In der Folge kommt es zu Heiserkeit, zu Mundtrockenheit sowie zu Pilzinfektionen.

      Der Bewohner wird dazu angeleitet, nach der Medikamentenapplikation den Mund auszuspülen.
      Eine ggf. vorhandene Zahnprothese wird gereinigt.
      Wir stellen sicher, dass sich der Bewohner regelmäßig die Zähne putzt. Ein sofortiges Putzen nach der Inhalation ist aber nicht sinnvoll.

      https://www.pqsg.de/seiten/premium/artikel/hintergrund-spp-asthma.htm

    2. L.

      Die Nebenwirkung eines Pilzbefalls im Mundraum tritt seltener auf, wenn der Asthmakranke unmittelbar vor einer Mahlzeit inhaliert oder den Mund nach der Inhalation mit Wasser ausspült.

  4. Bibo

    Umstellung der kostengünstigen Art. Niemand geht zur Multiplikatorenschulung. Die kostet ja 380 Euro und dauert zwei Tage. Zu teuer und zu zeitaufwändig. Groß geschult wird im Team daher keiner. Was soll's. Das neue System ist doch so einfach. Das geht auch so.

    1. Kermit

      Das Traurige ist, dass viele MDK-Prüfer selbst keinen Schimmer haben. Solche Pflegedienste kommen mit dieser Sparpolitik dann auch noch durch.

  5. Frieda

    Am Wochenthema hängen auf der Startseite auch Pläne für P-p-p-prostata.

    Auch (und gerade) Männer haben so ihre Schwierigkeiten über "diese Dinge" zu sprechen. Viele Stationen haben gar kein männliches Pflegepersonal, und mit seiner HausärztIN zu sprechen ....

    Fallbeispiel : Hr. Dreyer mag nicht mit Frauen über Männerleiden sprechen.

    Maßnahmen : "Wir leihen uns einen Pfleger von der Nachbarstation für ein "Männergespräch" aus. "
    "Wir bitten die Hausärztin um eine Überweisung zum "Männerarzt"."

    Würde die Pläne doch hübsch abrunden !?!

    1. Claudia

      Aus genau diesem Grund vermisse ich die Zivis. Es gibt eben Themen, die ein alter Mann niemals mit einer Pflegeschülerin besprechen wird.

      1. Cheeseburger ohne Käse

        Der Zivildienst war nichts anderes als Zwangsarbeit. Entsprechend motiviert waren auch viele Wehrdienstverweiger.

    2. Cheeseburger ohne Käse

      Ein Pfleger von der Nachbarstation? Aber nur mit viel Glück. Ich kenne große Pflegeteams, die kommen vollständig ohne Y-Chromosomen aus. Nur Frauen. Die Vorstellung, als einziger Mann in einem rein weiblichen Team zu arbeiten, ist ohnehin nur auf den ersten Blick verlockend.

    3. BigM

      Ok. Dann kommt also ein wildfremder Mann von der Nachbarstation zu mir und will mit mir über meinen Schniepel sprechen. Da würde ich mein Glück dann doch lieber mit meiner Bezugspflegekraft probieren.

  6. Frieda

    N´paar Gedanken zum St.: "KHK"

    - Betablocker: + Sturzgefahr

    - DDg: Mit zunehmenden Alter des Bewohners nimmt die Bereitschaft des Arztes zur Differentialdiagnose umgekehrt proportional ab. (KHK oder Insuff? Egal.)
    - Den Digitalisspiegel zu kontrollieren kostet unnütz Geld und Arbeit.
    (Die Stürze und die Verwirrtheit werden halt dem Alter zugeschrieben.)

    - Salzarme Kost + Diuretika = Gefahr der Exikose.
    (Da hilft eine erhöhte Trinkmenge höchstens bei der Mobilisierung)

    - "Nitratpause" u.ä. wird nur vom Arzt angeordnet.
    Wir planen sie nicht selbstständig ein, sondern regen sie an.

    - Blutverdünner: Bei KHK bekommen die Bewohner häufig Marcumar, Xalerto und Komplizen. Ein Querverweis kann nicht schaden. (-Vitale Funktionen)

  7. Paul

    In unserem Umfeld fahren viele Häuser zweigleisig. Bei schon länger dort wohnenden Senioren wird nach AEDL dokumentiert. Bei den Neuzugängen nutzen sie gleich SIS. Das scheint gut zu funktionieren.

    1. Cheeseburger ohne Käse

      Da ist nur für den Übergang sinnvoll. Ansonsten droht ein Chaos der Extraklasse.

  8. L.

    Ich finde, dass die Anforderungen an die schriftsprachlichen Kompetenzen beim neuen Strukturmodell viel zu hoch sind. Vorher sollten PKs primär AEDL abhacken. Das schafften auch Mitarbeiter aus dem Ausland, wenn auch manchmal mit Hängen und Würgen. Jetzt sollen sie halbe Romane verfassen. Das kann so nicht laufen.

    Kopfschüttelnde Grüße,

    L.

    1. Paul

      Ich glaube, man sollte Pflegekräften schon zutrauen, dass sie einen graden Satz formulieren können. Der MDK interessiert sich nicht für Rechtschreibung und Grammatik. Es muss alles drin stehen, was wichtig ist. Das reicht.

      1. Anonymous

        Also weiter wie bisher:
        Bei der Übergabe berichtet die Pflegekraft; die Schichtleitung schreibt mit, und die Pflegekraft macht ihr Kreuz dahinter.
        Das mit dem Schreiben ist halt nicht jedem gegeben.

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